Mit der S-Bahn Richtung Landungsbrücken duftet die Luft nach Hafen, Algen und frisch geräuchertem Fisch. Ein knackiges Fischbrötchen mit Matjes, Zwiebel und Gurke schmeckt am Kai genauso wie in der belebten Passage von Altona. Wer früh anreist, erwischt die erste Backofenladung Franzbrötchen, noch warm und karamellig. Später geht es im Regionalzug weiter zu kleinen Küstenorten, wo Krabbenkutter anlegen und Imbisse würzige Suppe servieren, die nach Geschichten über weite Fahrten und stilles Wasser schmeckt.
Der Berliner Ring verbindet Märkte, Manufakturen und Craftbierkessel in wenigen Stationen. Zwischen Mehrkornschrippen, knuspriger Currywurst und feinen syrischen Mezze entstehen spannende Dialoge am Tresen. Hopfige Pale Ales treffen auf bodenständige Stullen, und irgendwo zischt ein Kessel, während die S-Bahn pünktlich einrollt. Ein Nachmittag reicht kaum, um Markthallen, Hinterhöfe und Kiezbäckereien zu kosten. Doch jede Anfahrt schenkt dir neue Akzente, sagenhafte Aromen und Gespräche, die im Gedächtnis bleiben, wenn der Abendzug nach Hause summt.
Südwärts öffnen sich rauchige Keller und duftende Backstuben. In Bamberg erzählen traditionelle Brauereien von geduldigem Handwerk, während der Rauchbierkrug bernsteinfarben glüht. Der Regionalexpress bringt dich weiter zu fränkischer Bratwurst, fein gewürzt und knusprig gebraten. Später wartet schwäbische Hausmannskost: Maultaschen, goldgelb in der Brühe oder sanft angebraten. Und wenn die Alpen am Horizont auftauchen, entfaltet sich Brotzeitpoesie aus Radi, Obazda und Brezn, begleitet vom weichen Glanz eines Hellen im schattigen Biergarten.